Jahresrückblick 2023

Auch in diesem Jahr gab es im Jugendcafé wieder viele Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, von denen ich einige im Rückblick an dieser Stelle noch einmal vorstellen möchte.

Das Jugendcafé hatte in diesem Jahr überwiegend 4x wöchentlich geöffnet, davon 3x wöchentlich für Jugendliche ab 14 Jahren. Einmal pro Woche gab es bei uns den Teenie-Treff, der für Kinder ab der weiterführenden Schule bis zum Alter von 14 Jahren gedacht ist. Zu Jahresbeginn war es bei uns richtig voll, zum Teil hatten wir mehr als 30 Besucher.innen pro Öffnungstag. Wenn dann gekocht oder ein Billardturnier veranstaltet wurde und parallel dazu Gesprächsbedarf einzelner Jugendlicher bestand, war das ganz schön herausfordernd für uns!

Während der Sommermonate wurde es dann ruhiger bei uns, viele Jugendliche halten sich bei schönem Wetter erfahrungsgemäß draußen auf, beispielsweise am Rursee. Diese ruhige Phase, die es in jedem Jahr mehr oder weniger stark ausgeprägt gibt, hat in diesem Jahr ungewöhnlich lange angehalten. Bis in den November hinein hatten wir manchmal nur 3-8 Jugendliche pro Öffnungstag bei uns. Viele unserer älteren Besucher.innen, teilweise schon 25 Jahre alt, kamen in dieser Zeit immer seltener oder sind sogar weggezogen, so dass sich langsam ein komplett neues Klientel die Räumlichkeiten “eroberte”. Wir haben die ruhige Zeit genutzt, um Angebote vorzubereiten, Bürotätigkeiten durchzuführen oder aufzuräumen. Es ist in diesen Phasen auch schön und wichtig, Zeit für einzelne Jugendliche zu haben und Beziehungen zu intensivieren. In den Sommermonaten waren wir außerdem mehrmals mit dem Jumonofel unterwegs. Vor allem am Rursee konnten wir Kinder und Jugendliche treffen, haben Spielmaterialien ausgeliehen und Badminton, Fußball oder Mini-Tischtennis mit ihnen gespielt.

Mehrmals pro Woche war in diesem Jahr Anton, unser Therapiebegleithund, bei uns. Im Mai haben wir die Prüfung beim Münsteraner Institut für therapeutische Ausbildung und tiergestützte Therapie erfolgreich bestanden und sind nun offiziell ein Therapiebegleithundeteam. Im Frühjahr hatten wir im Jugendcafé einen Film mit ihm gedreht, der eine Einsatzmöglichkeit des Hundes in der Einrichtung zeigt und Bestandteil der Prüfung war. Wir haben dazu ein selbst erfundenes Spiel (ähnlich wie Mensch-ärgere-dich-nicht) gespielt, bei dem Anton mitspielt. Er kann mit einem großen Holzwürfel auf Kommando würfeln, indem er mit der Nase dagegen stupst. Seine Spielfigur wird dann von einem Jugendlichen weitergesetzt. Wer mit seiner Spielfigur auf ein spezielles Feld kommt, darf dann in diesem Spiel einen Trick mit Anton durchführen. Der Hund kann beispielsweise eine Acht durch die Beine laufen oder eine Schublade öffnen oder auf Kommando bellen. An mehreren Drehtagen haben wir diesen Prüfungsfilm gedreht und geschnitten, was allen sehr viel Spaß gemacht hat. Generell wird das Üben von Tricks sehr häufig bei uns eingesetzt. Die Jugendlichen erfahren dadurch Selbstwirksamkeit und dies stärkt das Selbstbewusstsein. Aber der Hund übernimmt noch andere Aufgaben: Die Jugendlichen sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen (braucht der Hund Wasser oder Futter? Ist es zu laut?), sie können ihn streicheln, bürsten oder sogar den Kopf auf ihn legen. Untersuchungen belegen, dass beim Streicheln, Bürsten und Pflegen eines Hundes dieselben Hirnareale aktiviert werden, als wenn man selbst gestreichelt und gepflegt würde. Die Wirkungen sind also äußerst positiv! Viele unserer Jugendlichen haben eine sehr gute Beziehung zu Anton und fragen sofort, wo er denn ist, falls er einmal nicht dabei ist. Leider hat Anton ein Problem mit dem Autofahren, so dass gegen Ende des Jahres erst einmal Autotraining für ihn anstand (und er nicht mitfahren durfte). Im Frühjahr 2024 wird er voraussichtlich wieder regelmäßig dabei sein.

Sportangebote haben in diesem Jahr natürlich auch stattgefunden. Jeweils am letzten Schultag vor den Ferien haben wir unser beliebtes „Nightsport“ durchgeführt, wo wir den ganzen Abend in der Turnhalle der Sekundarschule bei Musik Sport gemacht haben. Einen kleinen Snack und Getränke gibt es bei diesen Veranstaltungen auch von uns. Seit vielen Jahren führen wir dieses Angebot in zwei getrennten Altersgruppen durch und erreichen damit immer viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Dieses Angebot führen wir in Kooperation mit der Mobilen Jugendarbeit der StädteRegion Aachen durch. Domenik Delsemmé (von der Mobilen Jugendarbeit) führte außerdem wöchentlich ein Sportangebot in der Dreifachhalle durch, welches auch zum Teil von Jugendlichen aus dem Jugendcafé besucht wird.

Ein Highlight war in diesem Jahr sicherlich unsere Teilnahme an der Internationalen Jugendbegegnung in Polen (16.-23.07.2023). 2 deutsche Gruppen (eine Gruppe aus Bamberg und wir) sowie 2 polnische Gruppen haben eine wunderbare Zeit im Biathlon-Hotel in Jakuszycze verbracht. Ein abwechslungsreiches Programm mit einer Mischung aus Bildung, Spaß, Sport und Spiel führte uns zur Burg Tchocha, in ein Spaßbad, auf den höchsten Berg des Riesengebirges (die Schneekoppe) und nach Tschechien ins IQ-Landia, ein Museum, in dem physikalische und mathematisch Phänomene spielerisch durch Ausprobieren und erkunden vermittelt werden. Im Hotel wurden abends Spiele gespielt, getanzt oder Quizze über Europa gestaltet und gelöst. Dies hat die Jugendlichen in dieser Zeit zu einer Gruppe werden lassen, die sämtliche Sprachbarrieren überwunden hat. Tränenreich war der Abschied am letzten Abend. Zu den Zielen gehörten die Förderung des Dialogs zwischen jungen Menschen, die Ermutigung zur Teilnahme am demokratischen Leben und das Entstehen neuer Freundschaften, was hier sicherlich voll und ganz gelungen ist.

Im Bereich Berufsorientierung haben wir in diesem Jahr ein Angebot wieder aufgenommen, welches es früher bereits gab: die monatlich stattfindenden Firmenbesichtigungen. Mit Schüler.innen der Sekundarschule Nordeifel, der Förderschule Nordeifel und des Berufskollegs Simmerath / Stolberg führten wir ein Angebot zur Berufsorientierung durch, bei dem wir einmal pro Monat unterschiedliche Firmen aus den Branchen Einzelhandel, Handwerk, Dienstleistung oder Industrie besuchten und uns vor Ort ganz praxisnah über die jeweiligen Berufe und Ausbildungen informierten. Das Angebot fand in einer kleinen Gruppe mit etwa 10 Schüler.innen statt. Besucht haben wir bespielsweise einen Friseur, eine Metallbau-Firma oder ein Seniorenheim. Um den Beruf des Schreiners besser kenen zu lernen, haben wir in diesem Rahmen auch ganz praxisorientiert 30 Vogel-Nistkästen gebaut, die im nächsten Frühjahr vielen Vögeln in Rollesbroich ein neues Zuhause bieten werden. Dieses Angebot haben wir in Kooperation mit Lena Schwartz, dem Schreiner Dirk Schlüper, der Sekundarschule und der Mobilen Jugendarbeit Nordeifel durchgeführt.

Auch mit anderen Einrichtungen haben wir in diesem Jahr kooperiert. Unsere Filmvorführung „Leviathan“ fand in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Monschau und der Volkshochschule Südkreis Aachen statt. Es ging um die Geschichte eines Mannes in Russland, der in die Fänge eines Netzes von Korruption und Machtmissbrauch gerät. Im Anschluss an den beeindruckenden Film gab es, bei Snacks und Getränken, einen informellen Austausch über die Stärken der Demokratie im Vergleich zu autokratischen Systemen. Über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Programmbereich Partnerschaft für Demokratie in der StädteRegion Aachen hatten wir für dieses Angebot finanzielle Unterstützung erhalten, wofür wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken!

Zum Jahresabschluss gab es bei uns ein ganz besonderes Event: Anstelle einer Weihnachtsfeier sind wir am 22. Dezember mit 26 Jugendlichen und jungen Erwachsenen und 3 Betreuer.innen in den Phantasialand-Wintertraum gefahren. Unsere Gruppe, eine Mischung aus deutschen und ausländischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie Jugendlichen mit Behinderung spiegelt auch das breite Besucherspektrum im Jugendcafé wieder, wo sehr unterschiedliche Menschen miteinander interagieren. Dieses Angebot hatten sich viele unserer Besucher.innen gewünscht. Gerade bei kostenintensiven Angeboten bleibt unsere Zielgruppe oft außen vor und verpasst somit eine wichtige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Fahrt bot außerdem eine wunderbare Chance auf ein intensives Gruppenerlebnis! Großzügige Unterstützung bekamen wir für diese Fahrt u.a. von der StädteRegion Aachen (Amt für Kinder, Jugend und Familie) sowie von DM, wo wir im Rahmen der Zukunftsintiative ein Projekt im Simmerather DM-Markt vorgestellt und damit gewonnen hatten. Allerdings konnten wir das ursprünglich geplante Projekt, eine mehrtägige Wanderung auf dem Lieserpfad mit dem Therapiehund, nicht durchführen, weil wir in diesem Zeitraum einfach zu wenig Jugendliche hatten.

Ein herzliches Dankeschön möchte ich an dieser Stelle allen Vereinsmitgliedern, dem ehrenamtlichen Vorstand, Sponsoren und Unterstützern unserer Arbeit sagen, ohne die viele Angebote nicht stattfinden könnten! DANKE!

Ausblick:

im Jahr 2024 müssen einige Dinge angegangen werden. So steht beispielsweise eine Renovierung der Räumlichkeiten an. In Planung sind wieder Ausflüge, eine Ferienfahrt, Berufsorientierungsangebote, alternative Pausenangebote u.v.m.

Und einen Termin können sich alle Kinder, Jugendlichen, ihre Familien, Vereinsmitglieder, Kooperationspartner sowie alle Interessierten schon einmal vormerken:

Am Samstag, den 15.06.2024 von 14-18 Uhr

findet unsere Jubiläumsfeier „20 Jahre Jugendcafé Simmerath“ statt, wozu ich Euch/Sie alle herzlich einladen möchte.